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G-BA Beschluss zur Videobehandlung: Was Therapeuten jetzt wissen müssen

G-BA Beschluss zur Videobehandlung: Was bedeutet das für mich als Therapeut?

Videobehandlungen sind ab 2. November wieder möglich – das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) am 30. Oktober beschlossen. Um die Zahl an Neuinfektionen einzudämmen, werden für das gesamte Bundesgebiet Sonderregelungen befristet bis zum 31. Januar 2021 zugelassen.

Voraussetzungen für eine Videobehandlung sind:

– Einwilligung des Patienten (muss der Abrechnung nicht mitgesendet, aber verwahrt werden, da sie von der Krankenkasse später eingefordert werden könnte)
– der Einsatz einer datenschutzkonformen Anwendung
– Einsatz von Telemedizin ist aus therapeutischer Sicht möglich
Für den Ablauf muss Folgendes beachtet werden:

– Auf der Rückseite der Verordnung muss die Videobehandlung durch “V” oder “Video” gekennzeichnet werden.
– Bei der Ernährungstherapie ist unter bestimmten Umständen auch eine Telefonberatung möglich (dann durch “T” oder “Telefon” zu kennzeichnen).
– Der Versicherte sollte die erbrachte Leistung durch Fax oder Email bestätigen. Hinweis: Bei ALVE können Sie sich die erbrachten Therapien einfach in einer Übersicht herunterladen.

Mehr dazu können Sie unter G-BA Beschlüsse nachlesen.

Eigentlich hätte der G-BA bereits am 15. Oktober einen Beschluss dazu fassen sollen, ob die Videotherapie regional und zeitlich begrenzt wieder zur GKV-Leistung wird. Allerdings wurde diese Entscheidung  vertagt, da die ursprünglich vorgeschlagenen Städte und Regionen bereits am Tag des geplanten Beschlusses als nicht mehr aktuell galten und weit mehr Städte und Regionen deutschlandweit hohes Infektionsaufkommen aufwiesen.

Basis für die Ausnahmeregelungen ist ein Grundlagenbeschluss, der es ermöglicht, Teletherapie im Bereich Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie durchzuführen, wenn es in einzelnen Regionen wieder zu steigenden Infektionszahlen durch das Coronavirus kommt. Mehr dazu unter diesem Post: G-BA Ausnahmeregelungen für Herbst 2020.

Für den erfolgreichen Start bzw. Wiedereintritt haben wir noch einmal alle Fakten zur Teletherapie für Sie hier zusammengefasst. Wenn Sie gleich loslegen möchten: Unter https://app.alvetherapy.com/sign-up können Sie sich registrieren und ALVE kostenlos testen.

Wann bietet sich Teletherapie an?

Speziell jetzt bietet sich Teletherapie bei Patienten an, die sich zurzeit in Quarantäne befinden, oder zur Risikogruppe zählen, und daher ihre Therapie vor Ort nicht wahrnehmen können.
Allgemein bietet sich aber Teletherapie bei Patienten auch an, die sich den Weg in die Praxis sparen wollen aufgrund von Mobilitätseinschränkungen, zurückzulegender Distanz oder allgemeinen Zeiteinsparungsgründen.

Für welche Patienten ist Teletherapie geeignet?

Es liegt vor allem im Ermessen der Therapeuten zu entscheiden, bei welchen Patienten Teletherapie geeignet ist und bei welchen weniger. Von den gesetzlichen Krankenkassen wird allerdings Schlucktherapie als bezahlte Maßnahme ausgeschlossen.

Wie funktioniert Teletherapie?

Teletherapie ist Therapie aus der Distanz. Je nachdem wie sehr Sie die Teletherapie der Therapie vor Ort nachvollziehen möchten und wieviel Teletherapieeinheiten Sie durchführen, um so höher werden erfahrungsgemäß Ihre Ansprüche an Ihre Ausrüstung, technischen Möglichkeiten und Materialien werden.

Technische Ausstattung

Grundsätzlich benötigen Sie:
– Computer oder Laptop
– eine stabile Internetverbindung und
– Kamera und Mikrofon (diese sind in ausreichender Qualität in so ziemlich allen Laptops, die sie in den letzten 10 Jahren neu gekauft haben, ohnehin vorhanden)
– Videochat (mehr Informationen dazu unter «Welchen Videochat kann ich für Teletherapie verwenden?»)

Was muss ich beim Datenschutz beachten?

Zum Datenschutz lesen Sie bitte den folgenden 5 Tipps, die Ihnen dabei helfen, den richtigen Telemedizin-Anbieter auszuwählen.

Therapiematerialien

Therapiematerialien können Sie selbst einscannen oder erstellen, Sie können auch Material aus dem Internet verwenden, oder sogar von Ihrem Patienten selbst hochladen lassen – wenn Sie die Therapie sehr individuell gestalten möchten.

Welchen Videochat kann ich für Teletherapie verwenden?

Hier kommen unterschiedliche Möglichkeiten in Frage:

Generische Videochat Anbieter

In der letzten Corona-Welle wurden von Therapeuten einige generische Videochat und Telekommunikationsanbieter verwendet, die nicht für den Austausch von sensiblen Gesundheitsdaten konzipiert sind und dementsprechend nicht das entsprechende europäische Datenschutzniveau für diese Art von Daten einhalten. Auch wenn diese Art von Videochats oft aufgrund Ihrer Funktionen praktisch sind, sind sie aus datenschutzrechtlicher Sicht für Teletherapie nicht zu empfehlen.

Telemedizin Dienstleister

Vor allem europäische Dienstleister in diesem Bereich entsprechen meist den europäischen Standards für die Übermittlung von sensiblen Gesundheitsdaten. Da diese allerdings auf Ärztesprechstunden ausgerichtet sind und weniger auf interaktive Therapiestunden, fehlt den meisten die Möglichkeit für Bildschirm teilen, in einem gemeinsamen Whiteboard zu schreiben oder untereinander Übungsmaterial auch außerhalb der Therapiestunde auszutauschen.

Teletherapie Plattformen

Diese Art von Plattform ist in Deutschland relativ neu, da auch Teletherapie von den gesetzlichen Krankenkassen großflächig zum ersten Mal erst im März 2020 zeitlich befristet vergütet wurde. Da Teletherapie Plattformen speziell auf Therapie ausgelegt sind, decken sie damit im Normalfall viele der Funktionen ab, die für Therapie benötigt werden als auch Datenschutzrechtliche Anforderungen auf gleichem Level wie Telemedizin Plattformen.

Von welchen Krankenkassen wird Teletherapie erstattet?

Teletherapie wird nach wie vor von allen privaten Krankenkassen in Deutschland erstattet. Mit der Entscheidung vom 29. Oktober wird die Videobehandlung nun auch wieder von allen gesetzlichen Krankenkassen erstattet.

Wie lange wird Teletherapie erstattet?

Erwartungsgemäß wird die Dauer der Erstattungsfähigkeit wieder an das Corona-Infektionsgeschehen geknüpft werden.

Wie rechne ich Videobehandlung mit der Krankenkasse ab?

Es ist davon auszugehen, dass sich in der Abrechnugsmodalität zum April 2020 nicht viel ändern wird:

Sie benötigen die schriftliche Einverständniserklärung Ihres Patienten, die Therapie via Videochat durchzuführen.
Wenn Therapie per Videochat durchgeführt wurde, ist dies bei gesetzlichen Versicherungen auf der Verordnung mit «V» zu kennzeichnen oder bei privat versicherten Patienten auf der Rechnung an den Patienten mit «per Video durchgeführt“.

Was verdiene ich bei Teletherapie?

Für Therapieeinheiten ausgeführt über Videochat gelten grundsätzlichen die gleichen Tarife, die Sie für die Therapie vor Ort gelten würden.

Haben Sie weitere technische oder datenschutzrechtliche Fragen zur Teletherapie? Kontaktieren Sie uns gerne: info@relearnlabs.com.

Sie möchten unsere DSGVO-konforme Teletherapieplattform testen? Jetzt testen